USt - Erwerbsschwelle

Die Erwerbsschwelle wird angewendet für die sogenannten "sonstigen umsatzsteuerlichen Letztverbraucher".

Diese Unternehmer können bis zur Erwerbsschwelle jährlich Waren aus dem Gemeinschaftsgebiet erwerben, ohne für Zwecke des Erwerbs steuerpflichtig zu werden.

Ab diesem Zeitpunkt gelten für sie die gleichen Regelungen, wie für Lieferungen zwischen voll vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmern. Das heißt also, dass diese Unternehmer ab Überschreiten des Schwellenwerts eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (UID-Nr) beantragen und die Erwerbssteuer an ihr zuständiges Finanzamt abführen müssen. Gleichzeitig können sie für alle zukünftigen Geschäfte mit ihrer UID-Nr. auftreten und müssen die ausländische Steuer nicht mehr bezahlen, da ihr Lieferant dann als „innergemeinschaftliche Lieferung“ steuerfrei abrechnen kann.

Ein Lieferant kann regelmäßig davon ausgehen, dass sein Kunde von der Erwerbsbesteuerung ausgeschlossen ist und dementsprechend steuerlich wie eine Privatperson behandelt werden kann, solange dieser nicht unter seiner UID-Nr. auftritt.

Beispiel

Ein Kleinunternehmer aus Österreich kann Waren aus anderen EU-Mitgliedsstaaten bis zu insgesamt 11.000 € erwerben ohne dafür in Österreich erwerbsteuerpflichtig zu werden. Seine Lieferanten stellen ihm dafür eine Rechnung mit der Umsatzsteuer aus dem Abgangsland. Überschreitet er diesen Wert, muss er sich umsatzsteuerlich registrieren lassen und den Erwerb der Waren versteuern. Er erhält dann eine USt-IdNr. mit der er gegenüber seinen Lieferanten auftreten muss, die ihre Rechnungen ab diesem Zeitpunkt ohne Umsatzsteuer mit dem Vermerk auf die „innergemeinschaftliche Lieferung“ stellen.

Ausnahmen von der Erwerbsschwelle

Ebenso wie die Lieferschwelle gilt auch die Erwerbschwelle nicht für den Kauf verbrauchsteuerpflichtiger Waren oder neuer Fahrzeuge. Sie sind grundsätzlich im Bestimmungsland beim Empfänger zu versteuern und werden nicht auf die Erwerbschwelle angerechnet.

Verzicht auf die Erwerbsschwelle

Durch die Erwerbsschwelle soll den Unternehmen die zusätzliche administrative Belastung erspart werden, die eine Erwerbsteuerpflicht mit sich bringen würde. Der Unternehmer kann jedoch auf die Anwendung der Erwerbschwelle verzichten und zur Erwerbsteuerpflicht „optieren“. Die Erwerbsteuerpflicht gilt dann bei jedem Kauf aus anderen Mitgliedsstaaten, unabhängig von deren Einzelwert.

                                     

nützliche Links:

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